Mit der Piratenreise stark für die Schule!

Das Jahr vor der Einschulung ist eine ganz besondere Zeit für die Kinder! 
Viele warten schon lange ungeduldig darauf, endlich ein „Vorschulkind“ zu sein und damit zu den Großen der Kita zu gehören.

In diesem letzten Jahr rückt auch eine besondere Aufgabe der Kita noch einmal stärker in den Vordergrund: Die Kinder auf die Anforderungen in der Schule vorzubereiten, wichtige Basisfähigkeiten für das Lernen zu fördern, sie in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen - kurz: die Kinder für den Übergang in die Schule zu stärken.

Ahoi, hart am Wind mit Kurs auf die Schule!

Die Piratenreise ist ein Förderprogramm für Kinder im letzten Kindergartenjahr. Ihr Ziel ist es, die Kinder während ihres letzten Jahres in der Kita in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Die Förderstunden sind für eine Gruppengröße von bis zu acht Kindern konzipiert. Bei mehr als acht Vorschulkindern ist es empfehlenswert, die Gruppe in zwei oder mehrere Piratenmannschaften zu teilen. 
Das Förderprogramm erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. neun Monaten und umfasst insgesamt 32 Förderstunden (je 60 min).
Einmal pro Woche reisen die Kinder als Piraten zu insgesamt acht „Inseln“, die verschiedene Entwicklungsthemen widerspiegeln:

  • Körper
  • Sinne
  • Farben und Formen
  • Rhythmus und Muster
  • Reime und Sprachspielereien
  • Erzählen und Ordnen
  • Experimentieren und Forschen
  • Bauen und Gestalten

Die Rahmenhandlung einer großen Piraten-Abenteuerreise ermöglicht es den Kindern tief einzutauchen in eine spannende Spiel- und Phantasiewelt. Zu Beginn jeder Piratenstunde gibt eine bunte Schatzkarte einen Überblick über die bevorstehenden Abenteuer. Im Rahmen der Spiele und Rätselaufgaben erweitern und üben die Kinder spielerisch, mit allen Sinnen und in Bewegung grundlegende Kompetenzen.

Förderinhalte:

  • sensomotorische Basisfähigkeiten (z.B. visuelle und auditive Wahrnehmung, Gleichgewicht, Körperspannung, Koordination, Feinsteuerung)
  • Körper- und Raumorientierung
  • sprachliche Kompetenten (Wortschatz, Satzbau, Lautbildung)
  • kognitive Fähigkeiten (z.B Aufmerksamkeitssteuerung, Merkfähigkeit, Handlungsplanung)
  • sozial-emotionale Fähigkeiten (z.B. Impulskontrolle, Selbstvertrauen)
  • phonologische Bewusstheit und mathematische Grundkompetenzen

Ein besonderer Fokus der Piratenreise liegt im Bereich der sensomotorische Basisfähigkeiten: Eine gute visuelle und auditive Wahrnehmung und Verarbeitung und eine sichere Eigenwahrnehmung sind wichtige Grundlagen für die Orientierung im eigenen Körper und im Raum, wie auch für den Aufbau einer guten Körperspannung und Feinmotorik. Diese grundlegenden Fähigkeiten sind für die Schule von großer Bedeutung. Ohne eine gute Körperspannung und Eigenwahrnehmung fällt es extrem schwer, für längere Zeit ruhig auf einem Stuhl zu sitzen oder einen Stift mit feinsten Bewegungen über das Papier zu führen. Eine sichere Raumorientierung wiederum ist nicht nur Voraussetzung dafür, dass ein Kind in der Schule den Weg zu seinem Klassenraum oder zur Toilette selbstständig findet. Auch für die Orientierung im gehörten wie gedruckten oder geschriebenen Wort und für das Bewegen in (imaginativen) mathematischen Räumen, sind die Raumorientierung und die Basisfähigkeiten, auf denen sie aufbaut, ganz wichtig.

Ein weiterer Schwerpunkt des Programms liegt auf der Förderung sozial-emotionaler Fähigkeiten: Denn eigene Bedürfnisse erkennen und äußern zu können, sich in einer Gruppe zu orientieren und zu behaupten wie auch Frust aushalten oder unmittelbare Bedürfnisse auch mal aufschieben zu können sind mindestens ebenso wichtig für einen guten Start in der Schule wie spezielle "schulische Vorläuferfähigkeiten" wie phonologische Bewusstheit und mathematische Grundfähigkeiten. 


Die Piratenreise möchte die Kinder stärken für den Übergang in die Schule, der für die meisten Kinder – wenn auch freudig erwartet – auch mit Unsicherheiten verbunden ist. Gruppenerlebnisse, die eigenverantwortliches Lernen, kreatives und lösungsorientiertes Denken und ein soziales Miteinander ins Zentrum stellen und den Kindern Erfahrungsräume bieten, in denen sie sich als selbstwirksam erleben können, sind darum ein wichtiger Bestandteil des Programms.

Optional: Beobachtung und Dokumentation

Zu den einzelnen Förderstunden der Piratenreise gibt es außerdem übersichtliche Gruppenbeobachtungsbögen, mit deren Hilfe die Fähigkeiten der Kinder gezielt beobachtet und dokumentiert werden können. Dabei werden die Stärken der Kinder ebenso in den Blick genommen wie ein möglicher Unterstützungsbedarf. Auf diese Weise kann im Laufe der Durchführung des Programms ein differenziertes Entwicklungsprofil der einzelnen Kinder entstehen, welches die Grundlage für das im Konzept verankerte Elterngespräch bildet. 

Die Eltern ins Boot holen

Parallel zum Projekt finden vier Themenabende für die Eltern der Kinder statt, welche die aktuellen Entwicklungsthemen der „Inseln“ aufgreifen und in denen gemeinsam weiterführende Unterstützungsmöglichkeiten in Kita und Familie erarbeitet werden. Ziel dieser intensiven Elternarbeit ist es, die Ressourcen der Eltern zu aktivieren und sie als "Experten für ihr Kind" in den Förderprozess einzubeziehen. Im Rahmen eines individuellen Entwicklungsgesprächs zu jedem Kind gibt es darüber hinaus die Möglichkeit für einen noch ausführlicheren Austausch zu jedem einzelnen Kind.

Segel setzen, leinen los!

Am Ende des Programms und nach einem guten dreiviertel Jahr wird die Abenteuerreise der „Piratenmannschaft“ schließlich symbolisch – dann bricht jeder kleine Pirat auf in neue unbekannte Gewässer, mit einigen „Schätzen“ im Gepäck.

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