Neues vom Piratenschiff 10-2019

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Neues vom Piratenschiff:

Visuelle Wahrnehmung als wichtige Grundlage für das Lesen, Schreiben und Rechnen

Visuelle Wahrnehmung ist die Fähigkeit, visuelle Reize zu erkennen, zu unterscheiden und auf der Grundlage früherer Erfahrungen zu interpretieren (vgl. Frostig). Dabei sind es genau genommen nicht die Augen, die „erkennen“, sondern das Gehirn. Im Auge, d.h. auf der Netzhaut werden die Lichtsignale aufgefangen, in Sinnesreize umgewandelt und schließlich im Gehirn interpretiert. Die visuelle Wahrnehmung lässt sich in fünf Teilbereiche untergliedern, die sich gut anhand des „Wasserblumen“-Spiels der zweiten Stunde auf der Sinne-Insel veranschaulichen und nachvollziehen lassen:

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Die visuelle Figur-Grund-Wahrnehmung ist die Fähigkeit, eine visuelle Figur aus einem komplexen Hintergrund herauszulösen. Durch sie können wir uns auf eine visuelle Figur konzentrieren und unwichtige Reize in den Hintergrund treten lassen. Sind wir im „Wasserblumen“-Spiel bspw. auf der Suche nach einem großen, grünen Viereck, rücken alle anderen Formen in den Hintergrund und wir können uns ganz auf die gesuchte Form konzentrieren und diese im Durcheinander der Formen entdecken.
Mit der Visuo-Motorik ist die Fähigkeit gemeint, die Bewegungen unseres Körpers mit dem Sehen zu koordinieren. Um einen Ball zu fangen, sicher über Hindernisse zu steigen oder im „Wasserblumen“-Spiel gezielt nach der gesuchten Form greifen zu können, müssen unsere Bewegungen von den Augen überwacht und gelenkt werden.
Aufgrund der Wahrnehmungskonstanz ist es uns möglich, die spezifischen Merkmale eines Objektes unabhängig vom eigenen Blickwinkel zu identifizieren, einen Gegenstand also auch bei Perspektivwechseln oder Veränderungen der Entfernung zu erkennen. Ein Dreieck im Spiel „Wasserblumen“ ist und bleibt also ein Dreieck, egal ob es klein oder groß, gelb oder grün ist und ganz gleich aus welchem Betrachtungswinkel ich es sehe.
Das Erkennen der Raumlage beschreibt die Fähigkeit, ein Objekt in seiner Lage zum eigenen Körper zu erkennen – also z.B. vor, neben, hinter oder rechts von mir. Beim Griff nach einer „Wasserblume“ kann ich also benennen, in welcher räumlichen Beziehung diese bestimmte Form sich zu mir befindet.
Die Wahrnehmung der räumlichen Beziehung wiederum beschreibt die Fähigkeit, die Position von verschiedenen Objekten in ihrer Lage bzw. Ausrichtung zueinander sowie zur eigenen Person ins Verhältnis zu setzen. Aufgrund dieser Fähigkeit ist es mir also möglich, die Lage zweier „Wasserblumen“ zueinander zu beschreiben – z.B. „Das kleine blaue Viereck liegt zwischen dem großen roten Kreis und dem kleinen weißen Dreieck.“

Raumdimensionen in der SchuleDie visuelle Wahrnehmung ist auch für das Lernen in der Schule und insbesondere für das Lesen, Schreiben, Rechnen eine zentrale Grundlage. Eine gute visuell-räumliche Wahrnehmung ist bspw. nötig, um sich den Arbeitsraum auf einem Blatt Papier strukturieren, Begrenzungen einhalten und auf der Lineatur schreiben zu können. Um die Arbeitsrichtung von links nach rechts umsetzen zu können, benötigen wir ein sicheres Verständnis der Raumdimensionen. Die Figur-Grund-Wahrnehmung ist die Voraussetzung dafür, dass wir einen Text von seinem Hintergrund isolieren oder einzelne Buchstaben und Wörter in einem Text erfassen können. Die Visuomotorische Koordination wiederum ist die Grundlage für ein Schreiben mit dem Stift. Dank der Wahrnehmungskonstanz können wir geometrische Figuren unabhängig von Größe, Farbe, Drehung oder Betrachtungswinkel erkennen und ein A als „A“ identifizieren, egal in welcher Schriftart es gedruckt ist. Die Wahrnehmung der Raumlage hat u.a. große Bedeutung für das Unterscheiden von ähnlichen Buchstaben wie b, d, p und q. Das Erfassen räumlicher Beziehungen ist die Grundlage für ein Erkennen von Buchstaben. Denn erst durch diesen Wahrnehmungsbereich können Buchstaben und Ziffern in ihrer spezifischen Form, durch das Erfassen von Positionen, Winkeln, Abständen und den daraus abgeleiteten Größen- und Formunterschieden, analysiert und wiedererkannt werden. Raumlage und räumliche Beziehung sind zusammen zudem höchst bedeutsam für das korrekte Schreiben von mehrstelligen Zahlen und eine Orientierung auf dem Zahlenstrahl bzw. eine Vorstellung des Zahlenraums überhaupt. „Zum Schreiben einzelner Buchstaben wie zum Einhalten der Arbeitsrichtung ist ein verinnerlichter konstanter dreidimensionaler Raum unerlässlich“ (D. Eggert / L. Bertrand, 2002, S. 160)

Allen, die das Thema gern noch weiter vertiefen würden, sei der Artikel von Lars Tischer „Zur Konzeptualisierung der visuell-räumlichen Wahrnehmung als schulleistungsbezogene Vorläuferfähigkeit“ empfohlen (hier geht’s zum Artikel). Außerdem gibt es ein empfehlenswertes Förderprogarmm für Kinder mit räumliche-konstruktiven Wahrnehmungsstörungen, „KLABAUTER – Kleine Auf-Bau-Therapie“ von Anne Schröder (verlag modernes lernen, 2018).

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