Neues vom Piratenschiff 12-2018

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Neues vom Piratenschiff:

Was tun bei Kindern mit wechselndem Handgebrauch?

Was genau der Begriff der „Händigkeit“ meint, wird von den Experten nicht eindeutig definiert (vgl. den folgenden Absatz E. Kraus: „Das mach ich doch mit links!“, ergopraxis 7-8/08). Er umfasst verschiedene Aspekte: Zum einen den bevorzugten Handgebrauch (die Handpräferenz), d.h. welche Hand bevorzugt – also im Vergleich zur anderen Hand deutlich öfter – benutzt wird. Der zweite Aspekt ist der der Handleistung, also wie „gut“ die bevorzugte Hand bei Tätigkeiten ist, welche Geschick, Genauigkeit und Geschwindigkeit erfordern. Die Handleistung wird überwiegend durch Umwelt und Übung beeinflusst, wohingegen die Handpräferenz ungeschult ist und sehr wahrscheinlich genetisch bedingt (auch dies wird unter den Experten nicht eindeutig beantwortet, da bisher kein „Händigkeits-Gen“ gefunden wurde). Grundsätzlich kann man sagen, dass die Händigkeit auf der Dominanz einer Hirnhälfte basiert, d.h. bei Rechtshändern ist die linke Hirnhälfte die dominante, bei Linkshändern die rechte.
Warum ist nun jedoch eine gesicherte Händigkeit so wichtig? Das hat damit zu tun, dass wir für den reibungslosen und schnellen Ablauf von (fein-)motorischen Prozessen eine hohe Automatisierung der Abläufe im Gehirn benötigen. Und an diesem Punkt verbinden sich die beiden Aspekte der Händigkeit: die präferierte Hand muss trainiert werden, um ihre Handleistung immer weiter auszubauen. Denn unser Gehirn lernt durch Wiederholung: Indem bestimmte Tätigkeiten (z.B. Zähneputzen, Reißverschluss schließen, …) immer wieder mit derselben Hand ausgeführt werden, werden die ihnen zugrundeliegenden kognitiven Prozesse kontinuierlich geübt und laufen dank dieses wiederholten Trainings zunehmend automatisch ab.
In der Regel passiert dieser Übungsprozess, der eine Festigung der Händigkeit zur Folge hat, bei Kindern von selbst, ohne dass es ein Zutun von außen gibt. Die meisten Kinder haben bis zum Alter von 4 Jahren bereits eine gesicherte Händigkeit entwickelt. Wenn Kinder im Alter von 5 Jahren jedoch noch immer einen wechselnden Handgebrauch zeigen, sollte man nach den Ursachen suchen. Keinesfalls sollte man Kinder in ihrer Händigkeitsentwicklung beeinflussen und z.B. versuchen, das Kind zu einer bestimmten Händigkeit zu erziehen (auch wenn eine „Wahl“ der Rechtshändigkeit bei einem noch unentschiedenen Kind angesichts einer rechtsdominierten Alltagswelt auf den ersten Blick „einfacher“ erscheint). Eine Umschulung bzw. gezielte Beeinflussung ist ein massiver Eingriff in die Hirnstruktur und kann schwerwiegende Folgen haben, wie z.B. Konzentrationsprobleme, Lernschwierigkeiten und Verringerung des Arbeitstempos. Kindern, die noch einen wechselnden Handgebrauch zeigen, sollte stets die freie Wahl der Hand gelassen werden, z.B. indem Besteck mittig angeordnet wird, Stifte in die Mitte gelegt werden etc.. Im Vorschulalter ist dann bei Kindern mit wechselndem Handgebrauch dringend eine ergotherapeutische Händigkeitsdiagnostik zu empfehlen, da das dauerhafte Wechseln der Hände eine große Belastung für das Gehirn bedeutet und Automatisierung und Steigerung der Handleistung verhindert. Mittels einer eingehenden Diagnostik kann die angelegte Händigkeit gezielt erfasst werden und die dominante Hand in Therapie und Alltag dann gefestigt werden.

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