Logbuch, 3. Tag auf der „Sinne“-Insel

Ich kenne mich jetzt bestens aus mit den Obst-Vorlieben meiner Piratenkinder 🙂.

Denn heute war unser 3. Tag auf der Insel der Sinne und es ging um’s Schmecken und Riechen. Da gab’s ein Früchte-Picknick mit dem Sinne-Zwerg.

Aber erst mal von vorn:

Nachdem wir Nase und Zunge aufgeweckt hatten, haben wir das Piraten-Spiel „Joho!“ gespielt. Das war sehr turbulent, denn alle fassen sich dabei in einem Kreis an der Hand und laufen als Gruppe im Kreis (da wirken dann ganz schöne Fliehkräfte, immer stärker, je schneller man im Kreis läuft). Dann gibt es 3 Kommandos: 1 für einen Richtungswechsel, 2 für Hinsetzen und wieder Aufstehen (ohne die Hände zu lösen!) und 3 für ein lautes „Joho!“-Rufen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit haben wir das ziemlich auf Tempo gespielt, sodass man sich echt ganz schön konzentrieren muss um schnell reagieren zu können. Und die Gruppe muss ein gutes gemeinsames Tempo finden, damit es funktioniert. Als Steigerung hab ich dann die Kommandos getauscht: 3 bedeutete nun Richtungswechsel, 2 „Joho!“ usw. Das war natürlich total lustig 😂. Denn unser Gehirn lernt ja wirklich erstaunlich schnell und hatte die Kommandos schon ziemlich fest abgespeichert. Jetzt musste alles schnell wieder umprogrammiert werden – eine super Fördersituation in punkto exekutive Funktionen (also Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle und kognitive Flexibilität).

Danach sind wir wieder rüber auf die Insel, die ich diesmal mit zwei Langbänken abgesperrt hatte, damit nicht alle Kinder gleich zu Beginn der Stunde auf den schon aufgebauten Parcours stürmen. Der Sinne-Zwerg hat uns dann zum Essen in seine Hütte eingeladen. Bevor wir die Früchte 🍎🍊🍋🍌🥭 , die er für uns vorbereitet hatte, essen durften, sollten wir aber erstmal versuchen sie am Geruch zu erkennen. Das war bei manchen Früchten wirklich nicht leicht: Während die Kinder Mango und Banane immer gleich erkannt haben, konnte man den Apfel z.B. leicht mit Orange verwechseln. Auch den Unterschied zwischen Orange und Zitrone zu erschnüffeln, war schwierig. Den Kindern hat das viel Spaß gemacht, darum haben wir uns dann damit etwas mehr Zeit genommen als geplant.

Kleiner Tipp für alle Piratenreisenden unter euch: Damit die anderen Kinder, die gerade nicht an der Reihe sind, nicht zu lange warten müssen, während das eine Kind über den Parcours laufen und sich die passende Obst-Bildkarte heraussuchen darf, kann der Sinne-Zwerg in der Zwischenzeit einfach auch alle anderen Kinder mal an dem Obstgläschen schnuppern lassen. Weil wir ja faire Piraten sind (2. Piratenregel „Wir gehen fair und freundlich miteinander um.“) rufen die Piraten die Antwort natürlich nicht laut, was sie glauben erkannt zu haben, sondern dürfen das dem Sinne-Zwerg schonmal zuflüstern. Denn das Kind, das gerade dran ist, soll ja die Chance haben, die Aufgabe allein zu lösen.
Trotzdem ist es natürlich immer noch eine gewisse Abwartesituation und gegen Ende des Spiels wurde es dann auch heute wieder etwas wuseliger.

Dann hat der Zwerg den Tisch (=Reifen) für uns gedeckt und jedes Kind hat eine Gabel und eine Schale bekommen. Ich baue in dieser Stunde nämlich immer gern eine kleine Erweiterung ein, die wir damals, als wir 2017 das Buch zur Piratenreise veröffentlicht haben, noch nicht mit aufgenommen hatten: Ich markiere die Obstgläser nochmal farbig und reihum dürfen die Kinder dann mit einem Farbwürfel würfeln. Dann schließen sie die Augen und ich gebe jedem Kind ein Stückchen aus dem erwürfelten Gläschen in seine Schale und sie spießen es mit der Gabel auf (da muss ich dann manchmal helfen, das geht ja mit geschlossenen Augen nicht so leicht). Und dann versuchen sie zu erschmecken, was es ist. Danach haben wir dann mit geöffneten Augen weitergespielt, bis das ganze Obst 🍎🍊🍋🍌🥭 aufgegessen war.

Das war eine schöne und gemütliche Runde und ich weiß nun bestens Bescheid, welches Obst meine Piratenkinder am liebsten bzw. gar nicht mögen 😊.

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