Logbuch, 1. Tag auf der „Sinne“-Insel

Heute haben mir meine kleinen Piraten gleich zu Beginn erzählt, welche guten Orte sie zur Aufbewahrung für ihre Goldtaler gefunden haben – letzte Woche hatten Sie mit dem Schatz ja auch jede:r ein Säckchen mit einer Goldmünze bekommen mit dem Auftrag gut darauf aufzupassen, damit es nicht verloren geht, weil es beim Piratenfest im Sommer noch gebraucht wird. Sie haben meinen Auftrag alle sehr ernst genommen, toll!

Nach dem Piratenrap habe ich ihnen von dem neuen Inselthema erzählt. Das Wort „Sinne“ war neu für sie. Ich habe ihnen gesagt, dass wir besondere Körperteile haben, mit denen wir etwas über die Welt um uns herum erfahren. Da sind ihnen schnell die Augen und Ohren eingefallen und so waren wir auch schon bei den ersten beiden Sinnen Sehen und Hören. Auch die anderen Sinne haben sie schnell zusammengetragen und ich habe immer gleich symbolisch aufgemalt, was sie genannt haben. So hatten wir schnell die 5 Sinne 👁👂👃👅🖐, um die es auf der neuen Insel gehen soll, zusammengesammelt.

Weil heute das Hören im Zentrum stehen sollte, haben wir dann erst einmal unsere Ohren aufgeweckt und dann mit dem anschließenden Aktionsspiel auch den restlichen Körper fit gemacht – das war SEHR lustig.

Auf die Insel konnten wir diesmal nicht gefahrlos übersetzen: Inzwischen war dichter Nebel aufgekommen, sodass wir die vielen Klippen, die die Sinne-Insel umgeben, überhaupt nicht mehr sehen konnten. Meine Piratenkinder haben sofort überlegt, was wir machen könnten (ich habe eine sehr lösungsorientierte Gruppe – wirklich bemerkenswert, das ist mir in den vergangenen Stunden schon aufgefallen). Eine Piratin meinte, mit Fernrohr könnten wir die Klippen vielleicht erkennen, ein anderes Kind sagte, wir könnten uns eine Art Zauberlupen-Glas bauen, das sogar durch Nebel hindurchsehen kann. Das waren wirklich tolle Ideen, aber leider war der Nebel so dicht, dass selbst Fernrohr und Zauberglas hier nichts ausrichten konnten. Wir mussten also unsere Ohren zu Hilfe nehmen:
Jedes Kind sollte eine Klippe bewachen und eines hat das „Beiboot“ gesteuert (mit verbunden Augen, es war ja neblig 😉). Die Kinder haben dann immer einen Warnton gesummt, wenn das Boot den Klippen zu nahe kam. Von der anderen Raumseite hat der Sinne-Zwerg eine Triangel geschlagen, um dem Beiboot den Weg zur Insel zu weisen.

Das war für mich dann wieder eine wirklich spannende Beobachtungssituation: Schaffen es die einzelnen Kinder, sich über das Hören im Raum zu orientieren? Finden Sie mit Hilfe der Tonsignale auf die andere Raumseite? Und halten es die „Klippen“ aus, an ihrem Platz zu bleiben?

Wie meistens hatten manche Kinder am Anfang Spaß daran, dem Beiboot bewusst in den Weg zu rutschen. Weil ich das von meinen letzten Reisen schon kenne, hatte ich gleich zu Beginn betont, wie wichtig es jetzt ist, dass alle gut zusammenarbeiten, damit das Beiboot keinen Schaden nimmt und unser Pirat sicher auf der Insel ankommt. Und dass die Klippen sich darum ganz fest am Meeresgrund verankern und einen deutlichen Warnton brummen sollen. Trotzdem sind manche anfangs noch herumgerutscht und ich hab nochmal „Zauberkleber“ verteilt, mit dem die Kinder sich am Boden festkleben konnten. Dass sie ganz fest sind, hab ich dann gleich nochmal getestet, indem ich von der Seite gegen jede Klippe gedrückt habe – sich nicht vom Käpt’n umstoßen zu lassen ist natürlich ein motivierendes Ziel. Das hab ich in jeder neuen Runde wieder gemacht („Seid ihr auch wirklich alle ganz festgeklebt? Braucht noch jemand frischen Zauberkleber?“) – dann gab’s kein Hin- und Herrutschen mehr 👍.

Auf der Insel angekommen hatte der Sinne-Zwerg schon gleich eine kleine Aufgabe für uns: geheimnisvolle Zauberwörter nachsprechen. Den meisten Kindern ist das gut gelungen. Eines hatte dabei Schwierigkeiten – das hab ich mir im Beobachtungsbogen entsprechend notiert. Ich werde das im Blick behalten, denn auch beim Navigieren durch den Nebel war das Kind etwas unsicher. Wir hatten heute allerdings auch ziemlich erschwerte Bedingungen. Es hat stark geregnet und unser Bewegungsraum ist unter dem Dach mit mehreren großen Dachfenstern, sodass wir die ganze Zeit zusätzlich ein ziemliches Prasseln im Hintergrund hatten…

Zum Schluss gab’s noch eine schöne Entspannung. Und dann war die Stunde auch schon wieder vorbei. Die Zeit vergeht immer wie im Flug!

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